CAFÉ MERLIN

Die Eigentümer des ursprünglich im Endersbacher Gewerbegebiet angesiedelten Café Merlin waren 2010 auf der Suche nach neuen Räumen. Die Wahl fiel auf das sich im Umbau befindliche Autohaus Dannemann. Um den Betrieb des Cafés in der Umbauphase nicht einstellen zu müssen, wurde am neuen Standort in Strümpfelbach kurzerhand ein Holzbau geplant  und errichtet. Der Neubau sollte dem Café bis zum Abschluss der Umbauarbeiten Anfang 2012 Raum bieten und anschließend an einem anderen Ort neu genutzt werden. Das vollständig aus Holz konstruierte Gebäude wurde aus diesem Grund als fliegender Bau geplant. Der an den Ecken abgerundete Kubus aus Lerchenholz ziert allerdings noch heute das Areal.  Mit seinem außergewöhnlichen Querschnitt und Abmessungen von 21 mal 7 Metern ist der Bau ein Eyecatcher, der vom Ort nicht mehr wegzudenken ist.

Die vorgelagerte Terrasse misst nochmals ca. 5 Meter und wird in einem regelmäßigen Absatnd von Holzrahmen überspannt. Die Rahmen weisen die Form des Gebäudequerschnitts auf, wodurch sie den Kubus in Längsrichtung optisch erweitern. Die am Übergang zwischen Terrasse und Innenraum eingesetzte Glasfront macht diese Erweiterung auch vom Innenraum aus erlebbar. Um den skulpturalen Charakter des Holzbaus nicht zu schwächen, wurde auf weitere großzügige Fensteröffnungen fast verzichtet. Der Innenraum wird zusätzlich lediglich durch ein schmales Fensterband belichtet, das die Länge des Gebäudes betont. Dennoch ist das Café ein lichtdurchfluteter Ort, der gerne besucht wird. Ein weiterer Grund warum aus dem fliegenden Bau eine Dauerinstallation wurde.

2011 erhielt der zur Dauerinstallation gewordene Holzbau eine Auszeichnung für Beispielhaftes Bauen im Rems-Murr-Kreis. Als eines von 19 Objekten, welche in den Jahren 2005-2011 entstanden, wurde die Architektur des Café Merlin prämiert.

“Äußere Gestaltung, Maß und Proportion des Baukörpers, innere Raumbildung, Zuordnung der Räume und Zweckmäßigkeit, Angemessenheit der Mittel und Materialien, konstruktive Ehrlichkeit, Einfügung und Umgang mit dem städtebaulichen Kontext und der Umwelt legte die Jury u.a. als Kriterien bei ihrer Entscheidungsfindung zugrunde. Alle ausgezeichneten und im Folgenden aufgeführten Arbeiten sind in diesem Sinne beispielhaft. Die hervorragenden Lösungen konnten nur durch das gemeinsame Engagement von Bauherren und Architekten gelingen. Deswegen gilt die Auszeichnung auch Bauherren und Architekten gleichermaßen.” (Jutta Ellwanger AKBW)